Fast 60 Senioren und Seniorinnen der Kirchgemeinde Tänikon liessen sich von den schlechten Wetterprognosen nicht abschrecken, die Einladung nach Libingen, Tufertschwil und die Schwägalp tönte sehr verlockend.
In der Rösslischür in Libingen empfing uns das Ehepaar Luzia und Sepp Brand-Hollenstein. Der Ehemann zeigte stolz und voller Humor seine riesige Privatsammlung an Glocken, Trycheln und Schellen aus der ganzen Welt. Schon als Baby habe er sich nur vom Glockengeläut der Kühe beruhigen lassen und seine Begeisterung hat nie nachgelassen. Die Bedeutung, dass man seine Tiere auf der Weide wiederfinde sei alsbald der Protzerei gewichen. Ihm sei nicht die Grösse, sondern der Klang wichtig, am wichtigsten aber die Geschichte dahinter.
In seiner Ausstellung zeigt Brand Glocken handgefertigt aus Stahl, ummantelt mit Messing, oder gegossen aus Bronze und sogar eine aus Holz, getragen von Elefanten in Indien. Er weiss, in welcher Region runde, kugelige oder eckige Schellen bevorzugt werden und mit einem Augenzwinkern, es gebe immer wieder Diskussionen, ob der Riemen links oder rechts geschlossen werden müsse damit die Kuh auch Milch gebe.
Luzia Brand-Holenstein sammelt wie ihr Mann mit grosser Leidenschaft, sie erzählt die Geschichte von drei Generationen Hebammen-Tätigkeit und gestand, in 60 Jahren Tätigkeit als Hebamme im Toggenburg nichts weggeschmissen zu haben. Schon als Mädchen hatte sie bei der Pflege der Wöchnerinnen geholfen und dabei viel gelernt. Mit ihrem Wissen, dass nicht der Storch die Babys bringe, faszinierte sie schon mit zehn Jahre ihre Mitschüler und schockierte deren Eltern. Auf den Bauernhöfen gab es erst spät ein Badezimmer, gewickelt wurde auf dem Küchentisch. Schüsslersalz und Homöopathie, Bettflasche oder Chriesisteisäckli halfen statt teurer Medikamente. Weite Wege zu Fuss durch Schnee und Regen waren üblich, bevor die Hebamme mit dem Auto manchmal recht kriminell auf den Landstrassen unterwegs war.
So spannend der Vormittag in Libingen auch war, irgendwann meldete sich der Hunger. Es war Zeit, zum Mittagessen nach Tufertschwil ins Restaurant Rössli aufzubrechen. Das köstliche Mittagessen liess vergessen, dass die Sonne sich nur kurz blicken liess und dicke Wolken die wunderbare Aussicht verdeckten.
Während der Fahrt zur Schwägalp bewunderten einige die farbenfrohen Wälder, andere holten den Mittagsschlaf nach. Vom leckeren Schlorzifladen und Kaffee gestärkt, wurde rege diskutiert, ob bei der Abreise Schnee fallen würde. Viel fehlte nicht, knapp unter den tief hängenden Wolken war der Säntis weiss gezuckert. Ohne interessante Erklärungen des Chauffeurs, aber dafür mit »lüpfiger» Musik begleitet, ging der spannende, gesellige Ausflug zu Ende. Ein herzliches Dankeschön an alle die dabei waren.
Seniorenausflug nach Libingen

Seniorenausflug 2023

Seniorenausflug 2023

Seniorenausflug 2023

Seniorenausflug 2023

Seniorenausflug 2023

Seniorenausflug 2023

Seniorenausflug 2023

Seniorenausflug 2023

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Seniorenausflug 2023

Seniorenausflug 2023

Seniorenausflug 2023









